Mount Chaberton

 

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Freitag, den 26. August 2005

7.Tag: Mont Chaberton

Route: Bardonécchia -> Fenils (21km)

Von Bardonécchia aus ging es über die SS 335 südwestlich an Beaulard und Savoulx vorbei nach Oulx (1.121m). Kurz vor Oulx bogen wir auf die SS 24 (Strada Statale Del Monginevro) nach Süden, an Oulx vorbei, ab. Eine schöne ausgebaute Straße auf der wir die Motorräder ihren freien lauf ließen. Die etwas zügigere Fahrt tat Mensch und Maschine ganz gut. Nach dem zweiten oder dritten kleinen Tunnel gab es eine herrliche Aussicht auf unser neues Ziel, dem Mont Chaberton (3.136m).

Wir kamen dem Ziel immer näher...

Der Mont Chaberton war lange Zeit der höchste, mit motorisierten Fahrzeugen, anfahrbare Punkt in den Alpen. Nach der 12. Ausgabe des "Denzels" (1972) sprach sich der Tourbericht natürlich herum und es dauerte nicht lange, bis aus dem "König" der befahrbaren Gipfel eine Art "Mekka" wurde. Zum Leid der Flora und Fauna. Durch diese "Neuentdeckung" des alten Militärsträßchens kam der Berg kaum zu Ruhe. Die alte Trasse war zwar gut befestigt aber im Laufe der Zeit holte sich die Natur so einiges wieder bzw. veränderte es. So gab es viele Abrutschungen der Trasse durch Regen, Schnee, Frost und eben durch den "starken Verkehr" der vielen Abenteurer, die den Berg mit seiner auf dem Gipfel erbauten Festung bezwingen wollten. Teilweise rutschte die Trasse so stark ab, dass es für Allradfahrzeuge unmöglich wurde, weiter zu fahren. Auch für Enduristen wurde es immer gefährlicher hinauf zu fahren. Die durchschnittliche Steigung beträgt 13%, die Höchststeigung bei 20%! Laut "Denzel (1972)" soll eine Befahrung nach starken Regengüssen oder bei schlechter Sicht unbedingt vermieden werden. Das hat sich ja jetzt eh erledigt, schade.

Von der SS 35 bogen wir rechts nach Fenils (1.276m) ab, überquerten den Fluss "Piccola Dora" und fuhren durch den Dorfkern, vorbei an der Kirche, immer mit Blick zum Chaberton. Ich versuchte Augenkontakt mit den Dorfeinwohnern zu bekommen um festzustellen, wie sie auf uns und unsere Motorräder reagieren. Ich konnte nichts misstrauisches oder irgendwelche Anzeichen erkennen, die unsere weiterfahrt verhindern sollte. Am westlichen Ortsausgang, der bergauf führte, änderte sich der Fahrbahnbelag von Asphalt auf Schotter. Hinauf ging es auf staubigen Serpentinen der einspurigen Strecke. Hin und wieder gab es Ausweichstellen. Nach ca. einem Kilometer erreichten wir eine kleine Anzahl von Häusern. Mitten durch den "Dorfplatz" führte der Weg weiter bis zu einer Schranke. Rechts daneben stand etwas versteckt ein Nissan Patrol. Die "Polizia Forestale" hatte dort Stellung bezogen. Mit hängenden Köpfen mussten wir einsehen, dass hier kein weiterkommen ist.

kurz vor dem Ort Fenils

Wir stellen die Motorräder ab und zückten unsere Kameras um wenigstens ein paar Fotos zu machen.

gegen Fotos hatte die Polizia Forestale nichts einzuwenden

Es ist schon erstaunlich wozu der Mensch fähig ist. Trassen und Lifte zu bauen um Mensch und Material auf den Gipfel des 3.136m Mont Chaberton zu bringen um dann noch ein Sperrfort mit 8 Geschütztürmen zu errichten.

Hier ein paar interessante links zum Forte Chaberton: http://digilander.libero.it/avantisavoiait/Forte Chaberton.htm und http://www.fortechaberton.com/ und http://www.montagnedoc.net/DE/Cul/scheda?id_catalogo=34

beeindruckend die 8 Geschütztürme, bestückt mit Kanonen des Cal. 149/35

Falls die Sperrung doch mal aufgehoben werden sollte, ich weiß, es gibt viele Berichte von Enduristen die den "König" der Gipfel auch trotz Sperrung bezwungen haben, dann werde ich wieder kommen. Dass will ich mir nicht entgehen lassen. Doch ich war nicht scharf auf die Konfrontation mit der "Polizia Forestale". Auch blieb mir die Story des einen BMW-Fahrers im Hinterkopf. Er erzählte mir, dass die Italiener schon die Anfahrt zum Chaberton vereiteln bzw. Strafmandate ausstellen. In den höheren Lagen, also auf französischer Seite, soll das französische Militär die "Bezwinger" des Chaberton teilweise gewähren lassen um auf dem Rückweg, anhand von Beweisfotos und der eindeutigen Mißachtung des verbots, noch kräftiger abzukassieren, da es sich um Militärisches Sperrgebiet handelt. Aber auf diese Art "Eintrittskarte" waren wir nicht scharf.

Wir fuhren zurück nach Fenils. Gegen 14.30 Uhr verabschiedete ich mich in Oulx von dem BMW-Pärchen. Die beiden wollten noch ein paar Tage in der Gegend bleiben. Ich wollte noch in die Dolomiten, also auf die andere Seite von Italien. Aber vorher sollte das Fort Jafferau noch besucht werden. Ein besonderes Wagnis für mich...

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